Chamonix verliert sein Eismeer
Das "Eismeer" schmilzt weg: Der heiße Sommer 2026 wirkt sich zusätzlich auf die Gletscher rund um Chamonix aus. Das Mer de Glace verliert an Eis, die Berge werden instabiler und eine berühmte Landschaft verändert sich.

Stein und Geröll
Dieser Sommer hat den französischen Alpen kräftig zugesetzt: In Chamonix, am Mer de Glace, schmilzt das Eis des Gletschers sichtbar. In den vergangenen 40 Jahren ist der Gletscher vor allem durch die zunehmende Erwärmung infolge des menschengemachten Klimawandels stark zurückgegangen.
Touristenattraktion schwindet
Die Zahnradbahn bringt Touristen von Chamonix hinauf zur Station Montenvers auf 1913 Metern Höhe. Von dort öffnet sich der Blick auf das Mer de Glace, Frankreichs größten Gletscher, und die Viertausender des Mont-Blanc-Massivs.
Künstlicher Schutz für die Eisgrotte
Weiße Planen sollen das Eis der Grotte de Glace, die Touristen noch besuchen können, vor der Sonne schützen. Die Eishöhle wird jedes Jahr neu in den Gletscher geschlagen - eine ungewöhnliche Attraktion und ein sichtbares Zeichen für den Rückzug des Eises.
Tief unter dem Eis
Im Inneren des Mer de Glace erwartet Besucher eine Welt aus blau schimmerndem Eis. Rund 170 Stufen führen hinab in die künstlich angelegten Eistunnel, die mit Skulpturen und kunstvollen Eisformationen gestaltet werden. Doch die berühmte Eishöhle hat keine Zukunft mehr. Mit dem fortschreitenden Rückzug und der Ausdünnung des Gletschers wird sie in einigen Jahren Geschichte sein.
Krater im Eis
Ein Loch klafft im Bossons-Gletscher oberhalb von Chamonix. Die Aufnahme vom 17. Juni 2026 zeigt die Folgen der zunehmenden Eisschmelze: Schmelzwasser bahnt sich seinen Weg durch das Eis, während der Gletscher immer weiter zurückweicht. Noch in den 1980er-Jahren reichte seine Zunge bis zum Talboden.
Atemberaubende Kulisse
Eine Besucherin genießt das Panorama der französischen Alpen. Doch der Klimawandel verändert auch die hochalpine Landschaft. Für Bergsteiger werden klassische Routen durch auftauenden Permafrost und schmelzendes Eis zunehmend instabil. Gletscherspalten öffnen sich, Steinschläge und Felsstürze nehmen zu.
Veränderter Anblick
Noch ist das "Eismeer" in den französischen Alpen eine beeindruckende Kulisse für Besucher aus aller Welt. Doch wenn der Gletscher schwindet, wird der Name Mer de Glace irgendwann an eine vergangene Landschaft erinnern und nicht mehr an das, was vor den Augen der Besucher liegt.