"Aus dem Evin-Gefängnis mit Liebe"
Eine Ausstellung in München zeigt handgefertigte Kunstwerke und Texte von Frauen, die im Evin-Gefängnis in Teheran inhaftiert waren.

Hoffnung auf ein Leben in Freiheit
Handgefertigte Puppen, Ledertaschen, Holzrahmen, Gemälde, handgeknüpfte Teppiche und viele weitere Gegenstände. Sie erzählen von Frauen mit unterschiedlichen politischen Ansichten, deren Kreativität selbst die Mauern des Evin-Gefängnisses überwunden hat und von ihrem Mut zum Widerstand und ihrer Hoffnung auf ein Leben in Freiheit für alle Menschen im Iran.
Handgeknüpfter Teppich
Der handgeknüpfte Teppich stammt von der Anthropologiestudentin Leila Hosseinzadeh. Als Motiv wählte sie den Tanz von Khodanour Lajai, einem jungen Mann aus Belutschistan, der während der Proteste 2022 zu einer Symbolfigur der Bewegung wurde. Trotz Armut und Repressionen blieb er in den sozialen Medien wegen seiner Lebensfreude, seiner Musik und seiner Tänze in Erinnerung.
Ein Fenster zum Leben
Vida Rabbani, Journalistin und Aktivistin, malte im Gefängnis einen Blick auf den Gefängnishof mit Pflanzen und Blumen. So wurde der Blick auf den Hof für sie zu einem Fenster zum Leben. Rabani wurde mehrfach inhaftiert.
Kein Visum für Rabbani
Vida Rabbani wurde zur Eröffnung der Ausstellung per Video zugeschaltet. Ihr Antrag auf ein Visum für Deutschland war abgelehnt worden. Für Rabbani war dieser Hof mehr als ein gewöhnlicher Gefängnishof: "Er war Teil der Erinnerung an den Kampf iranischer Frauen für Freiheit und Teil unseres kollektiven Gedächtnisses." Beim israelischen Angriff auf das Evin-Gefängnis wurde der Hof zerstört.
"Frauen stärken und ihre Stimmen hörbar zu machen"
Die Ausstellung wurde nach München geholt, um die Geschichten und die Stimmen iranischer Frauen sichtbar zu machen. Birgit Erbe, Geschäftsführerin der Frauenakademie München, betont: "Die Frauenakademie München ist selbst aus der zweiten deutschen Frauenbewegung hervorgegangen. Unser Ziel ist es, Frauen zu stärken und ihre Stimmen hörbar zu machen."
Plakate mit den Slogans der "Frau, Leben, Freiheit"
Zu den Elementen, die für die Ausstellung in München hinzugefügt wurden, gehören Plakate mit den Slogans der "Frau, Leben, Freiheit" Bewegung. "Damit wollen wir symbolisch die Verbindung zwischen dem Widerstand im Gefängnis und der Straße als dem Ort zeigen, an dem die Proteste vorangetrieben werden", sagt die zweite Kuratorin der Ausstellung, Parastou Forouhar.
Museums der Frauenbewegung im Iran
Mansoureh Shojaee, eine der beiden Kuratorinnen der Ausstellung. hat die Handarbeiten aus Evin gesammelt und nach Europa gebracht. Shojaee gehört zudem zu den Gründerinnen des Museums der Frauenbewegung im Iran im Jahr 2009. Nachdem zahlreiche Frauenrechtsaktivistinnen den Iran verlassen hatten, wurde die Arbeit des Museums im Exil fortgesetzt.
Die Ausstellung "Aus Evin mit Liebe" präsentiert Handarbeiten politischer Gefangener aus dem Evin-Gefängnis, die dort in den vergangenen zehn Jahren entstanden sind. Sie ist ein Projekt des Museums der Frauenbewegung im Iran und wird nun zum zweiten Mal in Europa gezeigt.