Chile: Die Atacama-Wüste blüht
Die Atacama ist einer der trockensten Orte der Erde - doch ungewöhnlich starke Regenfälle haben die karge Landschaft jetzt in ein buntes Blumenmeer verwandelt. Dabei spielt auch das Klima-Phänomen El Niño eine Rolle.

Leben dank Regen
Ungewöhnliche Gesellschaft: Nur wenige Pflanzen können in der Atacama überleben - doch nun ist dieser große Kaktus von einem Meer aus lila und weißen Blüten umgeben. Das Phänomen der blühenden Wüste tritt in unregelmäßigen Abständen von etwa fünf bis zehn Jahren auf, wenn es im chilenischen Winter von Juni bis August ungewöhnlich viel geregnet hat.
Fantastischer Flor
Die Atacama ist die trockenste Wüste außerhalb der Polargebiete - manchmal vergehen Jahrzehnte, ohne dass ein Tropfen Regen fällt. 2026 wurden jedoch Rekordmengen gemessen: Für eine Wüstenblüte reichen 15 bis 30 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter aus - in diesem Jahr fiel in einigen Regionen mehr als das Dreifache.
Farbenfroher Frühling
Der Wüstenboden erwacht zum Leben: Die seltene Feuchtigkeit lässt Milliarden im Wüstensand ruhender Samen keimen und schließlich blühen. Mehr als 200 verschiedene Pflanzenarten bedecken dann zu Beginn des Frühlings in der südlichen Hemisphäre die ansonsten karge Landschaft mit ihren roten, rosa, weißen und gelben Blüten.
Buntes Blütenmeer
Eine starke Wüstenblüte wird fast immer durch El Niño ausgelöst: Das in diesem Jahr historisch starke Klimaphänomen treibt ungewöhnlich warme, feuchte Luftmassen über den Pazifik und bringt damit große Mengen Niederschlag in die Atacama. In höhergelegenen Regionen der Wüste schneite es im August sogar.
Einzigartige Artenvielfalt
Die in der Atacama heimischen Pflanzen sind Überlebenskünstler: Nur Arten, die sich an die extremen klimatischen Bedingungen angepasst haben, können hier überleben. Die Mehrzahl der Blumen und Kräuter in der Wüste ist endemisch, sie existieren also nirgendwo sonst auf der Welt. Besucherinnen und Besucher dürfen weder die Wege verlassen, noch Blumen pflücken.
Fragile Flora
2022 blühte die Atacama besonders intensiv - und lockte zahlreiche Schaulustige an. Um die hochempfindliche Wüstenflora vor dem Ansturm zu schützen, richtete die chilenische Regierung ein Jahr später auf einer Fläche von gut 57.000 Hektar den Nationalpark Desierto Florido (deutsch: Blühende Wüste) ein. Er soll die Artenvielfalt und die empfindlichen Samendepots im Wüstenboden langfristig erhalten.