Katastrophe im Himalaya: Wettlauf gegen die Zeit
Mit Hubschraubern, Drohnen und bloßen Händen suchen Hilfskräfte im Himalaya nach Überlebenden. Viele Familien warten noch immer auf ein Lebenszeichen ihrer Angehörigen.

Evakuierungen aus der Luft
Nach der Sturzflut im Grenzgebiet von Nepal und China suchen Rettungskräfte mit Hochdruck nach Vermissten. Überlebende werden per Hubschrauber aus abgelegenen Dörfern evakuiert. Nach Angaben der Polizei konnten bislang rund 1500 Verletzte und von der Außenwelt abgeschnittene Bewohner in Sicherheit gebracht werden. Hunderte Betroffene werden zunächst auf Militärstützpunkten untergebracht.
Wo sind Verwandte, Freunde und Nachbarn?
Viele Angehörige warten weiterhin auf ein Lebenszeichen ihrer vermissten Verwandten und Freunde. Nach Angaben der nepalesischen Behörden gelten rund 1400 Menschen als vermisst, darunter zahlreiche ausländische Touristen und hinduistische Pilger. In China wurde zudem der Grenzübergang Gyirong, eine wichtige Verbindung für Handel und Tourismus zwischen Tibet und Nepal, schwer beschädigt.
Rettung mit allen Mitteln
Eine gewaltige Sturzflut aus Wasser, Schlamm und Geröll hatte sich fast 170 Kilometer entlang zweier Flüsse durch Nepal bewegt und dabei ganze Ortschaften mitgerissen. Zur Suche nach Überlebenden in den nahezu vollständig zerstörten Siedlungen setzen die Einsatzkräfte Drohnen, Wärmebildkameras und 3D-Modelle ein.
In Sicherheit
In einer großen Baggerschaufel wird eine schlammbedeckte Frau in Sicherheit gebracht. Die Rettungskräfte graben teilweise sogar mit bloßen Händen durch Schlamm und Trümmer, um nach Überlebenden zu suchen. Die Bergungsarbeiten im Himalaya bleiben ein Wettlauf gegen die Zeit und jede gerettete Person gibt den Einsatzkräften und Angehörigen neue Hoffnung.
Warnung vor einer neuen Flutwelle
Im Katastrophengebiet wird vor einer weiteren möglichen Flut gewarnt. In einem See hätten sich rund zwei Millionen Kubikmeter Wasser angesammelt. Nach Angaben der nepalesischen Polizei soll auf tibetischer Seite ein Damm gebrochen sein. Aus Sorge vor Überschwemmungen wurde die Rettungsarbeiten auf tibetischer Seite vorerst ausgesetzt.
Trauer und Verzweiflung
"Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir einen vollständigen Überblick über die Vermissten haben, da die Lage derzeit noch unübersichtlich ist", sagte Polizeisprecher Abi Narayan Kafle der Deutschen Presse-Agentur. Nach Angaben der Polizei dürfte die Identifizierung vieler Verstorbener noch mehrere Tage in Anspruch nehmen.
Gerettete Zwillinge
Im Trishuli-Camp für Überlebende der Katastrophe kümmern sich nepalesische Soldatinnen um Zwillingsbabys. Nepals Regierungschef Balendra Shah besuchte das Katastrophengebiet und sagte umfassende Unterstützung zu. Die bevorstehende Wetterentwicklung könnte die Rettungsarbeiten zusätzlich erschweren. Nach den Prognosen ist in den kommenden drei Tagen mit weiteren Niederschlägen zu rechnen.
Kleine Hoffnungsschimmer
Die Nothilfe internationaler Organisationen läuft an. Caritas international stellte zunächst 50.000 Euro Soforthilfe bereit. Ein WHO-Team versorgt vor Ort bis zu 10.000 Menschen mit medizinischer Ausrüstung, Zelten und Hilfsgütern. Hilfslieferungen des Welternährungsprogramms und von Unicef sind unterwegs. Zugleich gibt es Hoffnung: Aus dem Dorf Timure konnten 116 Menschen gerettet werden.